Zusammenfassung der Serie
über die Bergbausammlung
in der Rheinischen Post


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Zeugnisse der Geschichte:

Von Mäusen, Menschen und Modellen

von Klaus Thiel-Klenner

Der Verein

Über 100 Jahre haben Kohle und Stahl das Leben in Duisburg und speziell in Rheinhausen bestimmt und Auswirkungen auf den Alltag eines jeden Bürgers gehabt, sich in der Sprache, den Gewohnheiten, Sitten und Gebräuchen niedergeschlagen.
Diese Alltagskultur des Bergbaus und der vielen Menschen, deren Leben seit Generationen davon berührt und bestimmt wurde, zu erhalten, hat sich die Rheinhauser Bergbausammlung e.V. verschrieben.
Die Mitglieder dieses "Fördervereins für Bergbaugeschichte" sind ehemalige Bergleute, die mit Herz und Seele bei der Sache sind und alles ehrenamtlich machen. Seit September 1998 kümmert sich der Verein um die von Joachim Schulte begonnene Bergbausammlung von über 850 Exponaten, die in den Räumen der Caritas-Werkstätten, direkt neben dem Arbeitsamt Rheinhausen auf 120 Quadratmetern ausgestellt sind. Es gibt Arbeitsgeräte, Mineralien, Urkunden, Dokumente, Fotos, Werkzeuge und viele persönliche Erinnerungsstücke zu bestaunen, die einen umfassenden Einblick in die Arbeits- und Lebenswelt des Bergmanns bieten.

Zahlreiche Besuchergruppen, Schulklassen, Seniorengruppen und vor allem ehemalige Bergleute, die ihren (Enkel-)Kindern endlich mal ihre Arbeit zeigen konnten, haben die Gelegenheit genutzt, unter fachmännischer Führung und Betreuung diese Dauerausstellung zu besuchen.
"Wir sind sehr zufrieden mit dem Besucherinteresse.", verrät der Vorsitzende Winfried Brücksken.
"Aber wir freuen uns natürlich, wenn es mehr wird."

Mach kein Futtsack!

Der Bergbau hat gerade unsere Region nachhaltig geprägt. Typische Bergbaubegriffe sind in den täglichen Sprachschatz gewandert und, obwohl die meisten Zechen in Duisburg seit Jahren stillgelegt sind, hört man hier und da immer mal wieder ein freundliches "Glückauf" zur Begrüßung.
Auch dieser Sprachschatz wird von den Kumpeln der Bergbausammlung bewahrt. Manche der Bergmannsausdrücke sind auch heute noch ein Begriff, während andere immer seltener auftauchen oder bereits ganz in Vergessenheit geraten sind. Dass eine Schachtanlage eine "Zeche" ist und ein "Kumpel" ein Bergarbeiter, ist dem meisten geläufig. Aber ein Begriff wie "Rutschenbär", den manche Hausfrauen damals zum Angeben beim Einkaufen benutzten ("Mein Mann ist Rutschenbär auf Diergardt" o.ä.), ist aus der Umgangssprache fast verschwunden.
Ein Rutschenbär ist ein Vorarbeiter und wird heute als Strebmeister bezeichnet.
"Wetter" bezeichnet einfach Luft. Ein "Wetterschacht" ist also zur Belüftung einer Grubenanlage gedacht, und nicht, um das Wetter oben zu betrachten und bei Regen in der Grube zu bleiben. "Schlagende Wetter" sind kein Gewitter, sondern gefährliche Gase wie Methan, die sich "unter Tage", also unter der Erde gebildet haben und ein Weiterarbeiten verzögerten. Ein "Mausegatt" (Begriff aus dem Platt für Mauseloch) ist ein winzig kleiner "Streb" (unterirdischer Gang, in dem Kohle abgebaut wird), der um die 50 Zentimeter niedrig ist, aber hochwertige Hausbrandkohle wie Anthrazit enthält. In Rheinhausen hören heute hauptsächlich Postboten und Taxifahrer den Ausdruck noch, denn "Mausegatt" heißt eine Straße in Asterlagen.

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Etwas geläufiger ist "Futtsack", womit die Kumpels eine Störung bezeichneten.
"Wir haben Futtsack" – irgend etwas ist kaputt, beschädigt oder funktioniert nicht mehr richtig.
"Da ist irgendein Futtsack mit der Maschine." oder "Wir hatten Futtsack auf der Strecke." sind typische Sätze, die unter Tage zwischen den Bergarbeitern immer wieder gefallen sind. Der beliebig anwendbare Ausdruck drang nach draußen, bzw. oben, weil er in den Alltagsjargon übernommen wurde. Futtsack mit der Ampel, mit dem Fernseher, mit der Steuererklärung. Manchmal auch im Imperativ: "Mach bloß kein Futtsack!"
Auch wenn "Futtsack" sich ein bißchen anhört, als sei es aus dem Polnischen übernommen, kommt der Begriff aus der Zeit vor der Mechanisierung, als noch Pferde unter Tage benutzt wurden. Wenn ein Not-Aus o.ä. stattfand, hieß es: "Alles steht! Gib den Gäulen den Futtersack!". Aus "Futtersack" wurde "Futtsack" und bereicherte den Sprachschatz der Rheinhauser.

Heinz Cording: "Vater der Modelle"

Die Attraktivität der Ausstellung wird nicht zuletzt immer wieder erhöht durch neue Modelle, die von Heinz Cording maßstabgetreu und mit viel Liebe zum Detail gebaut und der Sammlung hinzugefügt werden. Neuester Streich vom "Vater der Modelle", der selbst 40 Jahre als Elektriker unter Tage gearbeitet hat, ist eine "Großband-Anlage im Querschlag" mit zwei Förderbändern und einem Schienenweg, auf dem eine Lok Kontrollfahrten durchführt. Sechs Monate hat der 74jährige an diesem Modell gearbeitet und 246 Arbeitsstunden investieren müssen, bis alles detailgetreu und funktionsfähig fertig war. Bei einem (simulierten) Not-Aus fährt wie in der Realität die kleine Lok an den beiden Förderbändern vorbei direkt an die Stelle, an der die Funktionsstörung stattfindet und transportiert Werkzeuge, Material und Menschen dorthin, damit alles möglichst zügig weitergehen kann. "Alles ist nach Zeichnungen angefertigt worden.", erläutert Cording. Und wenn mal eine Zeichnung unvollständig ist, verläßt der ehemalige Elektrohauer sich auf seine Erinnerungen.

Beim Bau des großen Diergardt – Modells hatte er "Futtsack mit de Förderseile", bevor es endlich fertig wurde:

Zeitlos und funktionstüchtig: Diergardt I/II

Am 31. Oktober 1967 wurde die Zeche Diergardt in Rheinhausen stillgelegt. 30 Jahre später hatte sie auf Knopfdruck die "Förderung" wieder aufnehmen können – als Modell von Heinz Cording in der Bergbausammlung Rheinhausen. Drei Jahre und 1700 Arbeitsstunden hatte der "Vater der Modelle" benötigt, um mit Holz, Messing, Leim und Farbe das Modell im Maßstab 1:30 fertigzustellen.

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Da keine Pläne mehr vorhanden waren, musste er als Vorlage auf Fotos und seine eigenen Erinnerungen zurückgreifen. Mit viel Liebe zum Detail fertigte Cording die drei Sohlen unter Tage, die vier Fördermaschinen und das Maschinenhaus, sowie das Fördergerüst an. Alles in mühevoller Hand-, bzw. Kleinarbeit, abgesehen von den Figuren der drei Pferde, des Pferdejungen und des Fördermaschinisten.
Nachdem Cording den "Futtsack" mit den Förderseilen beseitigt hatte, war alles funktionstüchtig an der kleinen Schachtanlage. Die Räder drehen sich am 1,50 Meter hohen Fördergerüst, der Förderkorb hält an den einzelnen Anschlägen an und Wagen können aufgeschoben und abgezogen werden.
Heinz Cordings Modell von Diergardt I/II ist nicht nur maßstabgetreu und funktionstüchtig, sondern verbindet auch unterschiedliche Zeitepochen miteinander.
Die Grubenpferde auf der ersten Sohle des Modells zogen tatsächlich noch bis in die fünfziger Jahre hinein die Kohlenwagen und Jahre später die Dieselloks auf der dritten Sohle die langen Kohlenzüge. Hier tun sie es gleichzeitig, so dass dem Betrachter auch der Wandel der Zeiten verdeutlicht wird.

Heinz Cording hat zur Zeche Diergardt eine ganz besondere Beziehung. 1948 hatte er als Elektriker auf Diergardt angefangen und fast zwanzig Jahre bis zur Stillegung dort gearbeitet. Als er 1994 erstmalig die Bergbausammlung betrat, die damals noch im ehemaligen Lichthof der Zeche Diergardt beheimatet war, stellte er fest, dass ausgerechnet ein Modell von Diergardt selbst in der Sammlung fehlte. Daraufhin faßte er spontan den Entschluß, diesen Mißstand zu beseitigen. Cording hatte sich schon immer für den Modellbau begeistert und sich diesem Hobby, seit er Rentner ist, intensiv gewidmet. Seine eigentliche Leidenschaft galt der Segelfliegerei und vor dem Bau von "Diergardt I/II" hatte er hauptsächlich Segelflugzeuge gebaut. Doch seit fast zehn Jahren gilt Cordings Hauptaugenmerk nun dem Bergbau und er hat mittlerweile etliche Modelle gefertigt, die alle in der Bergbausammlung Rheinhausen zu besichtigen sind.

Originale Zeugnisse der Geschichte

Die Kumpel der Bergbausammlung haben ein großes kulturelles Erbe zu bewahren. Im Duisburger Raum gab es 21 Schachtanlagen, davon waren drei allein bei uns in Rheinhausen und Rumeln – Kaldenhausen beheimatet.
Außer in Walsum sind heute alle stillgelegt.

Weit über hundert Jahre reicht die Geschichte des Bergbaus in der Region, in unserer Stadt. 1855 wurden die ersten Schürfversuche in Rheinhausen erfolgreich abgeschlossen und die Zeche Diergardt angelegt, die bis ins Jahr 1967 an der Asterlager Straße in Hochemmerich Kohle förderte.
Über achthundert Exponate aus dieser langen Geschichte sind in den Räumen der Bergbausammlung Rheinhausen zu bestaunen: Werkzeuge, Bohrhämmer, Markscheidergeräte, Skizzen und viele persönliche Gegenstände, die von ehemaligen Bergleuten gestiftet worden sind. Es gibt sogar ein echtes Gruben – Fahrrad. Neben diesen vielen Original – Stücken, können auch Sprengstoff( - Attrappen), Schautafeln und unzählige Fotos bewundert werden.

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Mancher Betrachter wird sehr erstaunt sein, wenn er die Asterlager Straße betrachtet, die aussieht wie ein Schlachtfeld, lehmig, sumpfig, dreckig. Die Information, dass heute an dieser Stelle das EKZ (Einkaufszentrum) steht, ruft bei den Besuchergruppen immer wieder ungläubiges Staunen hervor. Neben den großen Panoramaaufnahmen und Fotos von offiziellen Anlässen sind auch einige Schnappschüsse aus dem alltäglichen Leben der Bergleute ausgestellt.
Ein Bild zeigt beispielsweise die Aushandlung des "Gedinges", des Akkordlohnes, das damals zwischen Steiger und Kumpeln direkt vor Ort frei ausgehandelt wurde. Bei den Verhandlungen in 650 Meter Tiefe unter der Erde dienten Grubenlampen als einzige Lichtquelle und die "Pannschüpp" (Schaufel) als Notizblock.
Auch unangenehme Ereignisse sind fotografisch dokumentiert. Ein Bild zeigt beispielsweise die Grubenwehr beim großen Schachtbrand von 1951 vor der Abfahrt in den Luftschacht. Ein anderes zeigt den letzten "Hunt", der letzte Kohlenwagen, der auf der Schachtanlage Mevissen in Bergheim gerollt ist.
Auch Originaldokumente aus der langen Bergbaugeschichte können eingesehen werden, wie Ausweise, Stempelkarten, Dienstanweisungen und alle möglichen sonstigen Urkunden.
Besonderer Stolz der Kumpel ist ein Zechenbuch aus dem Jahr 1901. In dem broschierten Buch, das so dick wie ein Telefonbuch ist, wurden peinlichst genau alle besonderen Vorkommnisse, Unfälle, besondere Ereignisse und ähnliches eingetragen. Das Buch pendelte damals zwischen der Betriebsleitung und der Behörde hin und her. Auch Urlaube mussten eingetragen werden. Wenn zum Beispiel der Betriebsführer XY Kowalski in den Urlaub fuhr, musste das der Behörde mitgeteilt werden. "Ich bin von dann bis dann im Urlaub. Mein Vertreter ist YZ Koslowski. Gezeichnet Betriebsführer XY Kowalski."
Diese strikte Personalaufsicht erscheint heutigen Betrachtern, die antiautoritär sozialisiert wurden, vielleicht etwas zu penibel, vermittelt aber einen guten Eindruck von den damaligen Lebensumständen und dem Selbstverständnis der Menschen.
Die Unterschrift auf der ersten Seite des Zechenbuches, macht gerade dieses zu etwas besonderem. Hier hat DER Herr Pattberg, nach dem die Zeche in Moers – Repelen benannt wurde, 1901 mit seinem guten Namen die Richtigkeit der Eintragungen bestätigt.

Kinder am "Wau-Wau" Telefon

Besonders Kinder, die mit ihren Schulklassen die Bergbausammlung besuchen, haben viel Spaß. Im Gegensatz zu anderen Museen, können sie hier nämlich fast alles anfassen. Die Kumpel erklären den Kindern bereitwillig alles, vom tragbaren CO2 – Filter, über Druckluft - Spitzhacken bis hin zum sogenannten "Wau – Wau" Telefon. Dieses Telefon, das mittels einer Kabeltrommel die Kommunikation bis in den hintersten Winkel eines Strebs ermöglichte, verdankt seinen Namen dem Geräusch, das entsteht, wenn man kräftig an der Sprechmuschel dreht und damit das Telefon am anderen Ende der Leitung anwählt. Die Kinder dürfen das natürlich ausprobieren und die Führung kann erst weitergehen, wenn jedes mal dran gedreht hat. Auch draußen, im Hofbereich der Bergbausammlung gibt es einiges zu bestaunen. Auf der Wiese vor den Caritas-Werkstätten steht ein originaler, kompletter Kohlenzug mit Zugmaschine, Personenwagen und Anhänger. Erwachsene haben vielleicht ein mulmiges Gefühl, wenn sie sich vorstellen, in mehreren hundert Metern Tiefe mit diesem Zug in den winzigen Kabinen durch einen dunklen Stollen zu fahren, aber die Kinder haben Vergnügen daran, Zugfahren zu spielen. Für die durchschnittliche Größe der Grundschulkinder sind die Wagen genau richtig. In einem ehemaligen Pförtnerhäuschen auf dem Hof ist unter anderem eine "Schalttafel" mit verschiedenen Signalgebern aufgebaut, die alle sehr laute, schrille Warnsignale aussenden, wenn man sie betätigt. Ob "Achtung - Seilfahrt", oder "Not – Aus – Hängen im Schacht", alles darf ausprobiert werden, was die Kinder natürlich ausgiebigst nutzen.

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Aber Spaß ist nicht das Einzige, was den Schulklassen vermittelt wird, sondern auch Wissen. Manche Schulklassen schreiben in der schulischen Nachbereitung Aufsätze, die später dann von den Kumpeln gelesen und prämiert werden. In allen Aufsätzen kommt das Wort "Arschleder" vor. "Wir hatten überlegt, nur noch "Gesäßschutz" zu sagen, aber das Ding heisst nun mal so." erklärt der Vorsitzende Wilfried Brücksken.
Die drei besten Aufsätze bekommen eine Medaille und eine Urkunde.

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"Es ist uns wichtig, den Kindern zu zeigen, wer die Region geprägt hat, in der sie aufwachsen, nämlich Kohle und Stahl.", erklärt Brücksken. In den Familien selbst erfahren sie immer seltener etwas über den Bergbau. "Man hört kaum noch, dass der Vater auf dem Pütt war, meistens der Großvater.", so Brücksken. Diese Lücke zu füllen, verstehen die Kumpel der Bergbausammlung als eine ihrer Hauptaufgaben. Die Kumpel sind recht zufrieden mit dem Interesse der Schulen, obwohl es mehr Besuchergruppen sein könnten.
"Manche junge Lehrer wissen vielleicht auch nicht, dass es uns gibt.", meint Brücksken.

Von Mäusen und Menschen

Die Kumpel der Bergbausammlung haben auch viele Geschichten und Anekdoten in petto.
Die "Tiergeschichten", die die Kumpel erzählen können, interessieren die Kinder dabei besonders. Bis in die fünfziger Jahre hinein hatten Grubenpferde die Kohlenwagen gezogen und die Kinder fragen natürlich nach ihnen, wenn sie Bilder davon sehen. Es gab Ställe und junge Bergleute, die als Pferdejungen abgestellt waren, um sich um die Tiere zu kümmern, sie zu füttern, zu striegeln und zu waschen. Versuche, die Grubenpferde an der Nase herumzuführen, schlugen immer fehl, weiß Wilfried Brücksken zu erzählen.
"Als ob die Gäule zählen könnten."
Die Pferde zogen maximal acht Kohlenwagen. Wenn man "versehentlich" neun oder zehn Wagen angehängt hatte, blieben sie einfach stehen und rührten sich nicht – machten nicht einmal den Versuch, den Kohlenzug zu ziehen. Veralbern ließen sich die Grubenpferde nicht.
Die sprichwörtliche Tierliebe der Kumpel beschränkte sich aber nicht nur auf die Pferde. Ein großes Bild an der Wand zeigt, wie ein Bergmann unter Tage eine Katze füttert. Diese "Grubenkatze", die auf Diergardt eigentlich dafür angeschafft worden war, Mäuse zu fangen, wurde von den Kumpeln dermaßen verwöhnt und gefüttert, dass sie dazu weder Zeit, noch Lust hatte. Die satte Katze fing in ihrer "Dienstzeit" überhaupt keine Maus. Das war aber auch nicht so tragisch, denn die Kumpel hatten auch mit den Mäusen viel Spaß. Viele teilten ihre "Dubbel" (Butterbrote) mit ihnen. Meistens freiwillig, aber manchmal kam es auch vor, dass ein Kumpel, wenn er "dubbeln" ging und die "Dubbel" aus der Jacke holte, die er aufgehängt hatte, von einem "Querschlag" in der "Dubbel" überrascht wurde, wo eine Maus sich durchgearbeitet hatte. Manche Mäuse entwickelten sich im Laufe der Zeit zu zirkusreifen Artisten. Besonders nach dem Wochenende, wo ihr "Fütterungspersonal" nicht da gewesen ist, spornte der Hunger die Mäuse zu artistischen Höchstleistungen an. "Die freuten sich, uns zu sehen und liefen einem über die Hosen und Schuhe.", erzählt Wilfried Brücksken.
Die Mäuse zeigten, was sie konnten, kletterten über Kisten, sprangen hoch in die Luft, um an Brot- oder Wurststückchen zu kommen, die Kumpel an einem Schießdraht aufgehängt hatten und vertrieben ihnen mit diesen kleinen Zirkuseinlagen die Zeit, wenn sie beispielsweise am "Stappel", einem Blindschacht zur Materialbeförderung, auf einen Zug warten mussten.

Ob man Geschichten hören, sich informieren oder Modelle und Ausstellungsstücke bestaunen möchte,
ein Besuch des kleinen Museums lohnt sich auf jeden Fall
und die Kumpel der Bergbausammlung freuen sich
über jeden, der kommt.

Wer die Dauerausstellung besuchen möchte,
kann das ab Sonntag, den 9.12.2007 wieder
in den neuen Räumen der Bergbausammlung "Auf dem Berg" 9
(gegenüber dem Bergheimer Wasserturm) tun.
Geöffnet ist die Ausstellung jeden Donnerstag zwischen 9 und 16 Uhr
und Sonntag von 14 bis 16 Uhr.
Der Eintritt ist frei.

Mehr Informationen finden Sie hier im Internet:
Rheinhauser Bergbausammlung

 

Die Originalartikel, auf denen diese Zusammenfassung basiert,
sind im August und September 2003
in der RHEINISCHEN POST (Lokalausgabe Duisburg) erschienen.
Alle Fotos sind neu: Im neuen Domizil gibt es auch viele neue Dinge zu bestaunen.
Der im Text angesprochene Kohlenzug ist allerdings als "Andenken" an die Kumpel
im Hof der Caritas-Werkstätten verblieben.

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text ©ktk 2003 / fotos ©ktk 2007
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